kleine bühne ettlingen
Presseberichte

BNN Ettlingen, Samstag 12./Sonntag 13. Dezember 2009, Ausgabe Nr. 288

Mit Herzblut und Spielfreude auf der Bühne
Jugendtheater „Arcobaleno“ hatte Premiere mit dem Drama „Der Club der toten Dichter“
„Carpe! Carpe diem!“ Er flüstert es ihnen verschwörerisch ins Ohr. „Nutze den Tag!“, raunt er mit eindringlicher Stimme und steigt auf sein Pult. Die Schüler sind irritiert, schauen sich mit großen Augen fragend an, schütteln verständnislos den Kopf. Zeigen ihrem neuen Lehrer verstohlen den Vogel: „Will er uns auf den Arm nehmen?“ Sie sind nur militärischen Drill gewöhnt, demütigen Gehorsam Lehrern und Eltern gegenüber. Leben zwangsläufig nach den Grundprinzipien der elitären „Welton-Akademie“: nach Tradition, Ehre, Disziplin, Leistung. Und jetzt kommt da ein Mr. Keating, möchte mit „O Captain, mein Captain“ angesprochen werden und zeigt ihnen andere Perspektiven und Blickwinkel. Eine neue, eine schillernde Welt voller Leidenschaft. Lehrt sie selbstständig zu denken, das Mark des Lebens in sich einzusaugen, ihre eigene Persönlichkeit zu entwickeln und eine Meinung zu haben: „Gehen Sie eigene Wege. Machen Sie etwas Einzigartiges aus sich, jeder von Ihnen.“
Wieder einmal hat „Arcobaleno“, das Jugendensemble der „kleinen bühne ettlingen“, bewiesen, dass sie auch ernste Stücke spielen können. Mit so viel Herzblut und Spielfreude waren sie dabei, so dass das Premierenpublikum beim „Club der toten Dichter“ vollkommen begeistert war. Sie verkörperten die Figuren: Der Rektor Gale Nolan (Matthias Anselm), ein dogmatischer Realist, dem es nur um den guten Ruf der Eliteschule geht, Dr. Hager (Pakertharan Jeyabalan), das verbittert verbissene Faktotum, der das Leben liebende Mr. John Keating (Adrian Müller), der immer wieder seine Schüler aufmuntert, sie selber zu sein, und der apodiktische Mr. Perry (Thomas May), der von seinem sinnlich sensiblen Sohn Neil (Pascal Steiner), der Schauspieler werden will, absolute Untergebenheit fordert.
Dann noch die Schüler Tina Meeks (Eleonore Benjowsky), der Primus der Klasse, die aufmüpfige Clarissa Dalton (Nina Eimer) und Knox Overstreet (Felix Kühn), der sich unsterblich in Virginia Danburry (Melanie Burghardt) verliebt. Die Romantikerin Chris Noel (Luisa Künzel), die Todd Anderson (Maximilian Rau), dem schüchtern Neuen zugetan ist, und der egoistische Streber Richard Cameron (David Strobel), der nur geduldet wird.
„Arcobaleno“ hat zu seinem zehnjährigen Bestehen ein überzeugendes Drama auf die Bühne gebracht (Regie: Ute Merz, Bühnenbild und Technik: Berthold Steiner), das durch die minimalistischen Kulissen die beeindruckende Dichte des Dargestellten erst so richtig greifbar macht. Wie Puzzleteilchen schmiegen sich die einzelnen Szenen aneinander. Die Amateure singen, tanzen, musizieren und rezitieren, spielen Theater im Theater – und nichts ist übertrieben.
Susanne Marschall

BNN Ettlingen, Dienstag 13. Oktober 2008, Ausgabe Nr. 236 – Auszug
Vom wackeren „König Kunde“
„Beraten und verkauft“: Neues Programm der kleinen bühne mit hintersinnigem Humor
„Kunde zu sein ist in fast allen Branchen anstrengend geworden“, meint die Kabarett-Gruppe der kleinen bühne ettlingen. In ihrem neuen Programm „Beraten und verkauft! König Kunde in Deutschland“ aus der Feder und unter der Regie von Luigi Biolzi nimmt sie sich der Nöte der Verbraucher an. Am Samstagabend feierten die „kabarettistischen Geschichten mit Musik“ erfolgreich Premiere. Die Zuschauer in der voll besetzten kleinen bühne fanden sich ein ums andere Mal in den dargestellten Situationen wieder. […] In ihren Sketchen und Liedern schonten die Mitwirkenden weder Dienstleister noch Frau und Herrn Normalverbraucher. […] Für die musikalische Begleitung sorgte Manfred Kispert am Klavier. Die Texte zeichneten sich durch mal bissigen, mal hintersinnigen Humor aus, die Pointen saßen. Mit verschmitztem Lächeln und kabarettistischem Biss präsentierten die Akteure die Nummern. Das Publikum spendete großen Beifall für diesen Streifzug durch die Service-Wüste Deutschland. […] Zum Abschluss gab es die „Ettlinger Märchenstunde“. Wie es sich gehört, fand das Märchen vom wackeren König Kunde hier ein Happy End.

BNN Ettlingen, Dienstag 9. Dezember 2008, Ausgabe Nr. 287 – Auszug
Mitreißende Komödie voller Anspielungen
Jugendtheater „Arcobaleno“ inszeniert „Die zwölfte Nacht oder Was ihr wollt“
„Spiel ihr mein Elend vor!“ Lichterloh brennt er. Verzehrt sich vor unerwiderter Liebe zur schönen Gräfin Olivia, der hochmütig Grausamen, die ihn tritt wie einen Hund. Sieben Jahre lang will sie den Tod ihres Bruders betrauern, nicht einmal der Himmel soll ihre anmutige Grazie sehen…. Nicht gerade ein leichtes Stück hat sich „Arcobaleno“, das Jugendtheater der kleinen bühne Ettlingen, da ausgesucht. Doch wie vor zwei Jahren bei „Bahnhof Zoo“, haben die Amateure auch bei Shakespeares „Was ihr wollt“ wieder eindrücklich bewiesen, dass sie spielen können. Und zwar mit Haut und Haaren, Leib und Seele, dass das Premierenpublikum am Samstagabend hellauf begeistert war. Sie schlüpften nicht nur in ihre Rollen, sondern verkörperten sie…. Mit ihrem authentischen Spiel, ihrem Gespür für die Figuren hat „Arcobaleno“ eine mitreißende Komödie voller aktueller Anspielungen auf die Bühne gebracht…
Regie: Ute Merz
Es spielen: Ann-Kathrin Müller, Matthias Anselm, Luisa Künzel, Adrian Müller, Felix Kühn, Tina Rottner, Svenja Szillat, Maximilian Rau, Pascal Steiner, Melanie Burghardt, David Strobel, Eleonore Benjowsky und Nina Eimer.

BNN Ettlingen, Mittwoch 8. Oktober 2008, Ausgabe Nr. 235 – Auszug
„Diplomatie, Geschick und Willenskraft“
„kleine bühne“ spielt „Augusta Sibylla – ein Schauspiel um das Asamgemälde“ im Ettlinger Schloss
Foto: H. van de Pol 
Man sieht dem Mann, der da mit der Markgräfin verhandelt, zwei Dinge deutlich an: Dass er ein Kunstmaler ist, und eben eine nachgerade ungeheuerliche Ansage bekommen hat: Augusta Sibylla hat ein Deckengemälde für die Kapelle des Ettlinger Schlosses bestellt – aber es soll innerhalb von zehn Wochen vollendet sein. Dieser historische Moment ist eine Schlüsselszene des Stückes „Augusta Sibylla – ein Schauspiel um das Ettlinger Asamgemälde“, das die „kleine bühne“ seit Februar intensiv geprobt hat…. Klaus Zeller spricht von der Faszination, die das Asamgemälde auf ihn ausübe…. Zeller hat zusammen mit Herbert Klenk das Stück von Josef Paul Kuhn bearbeitet…. Für die Neuinszenierung wurden lediglich vorsichtige Streichungen vorgenommen, und Zeller konnte seine Idee umsetzen, teilweise an den Originalschauplätzen zu spielen. Die Inszenierung ist als „Wandeltheater“ angelegt. Der Musensaal verwandelt sich in das „Wirtshaus zum Drachen“, der Rittersaal wird zum Kabinett der Markgräfin, die Sterbeszene schließlich wird in den Asamsaal verlegt…. Die Akteure der kleinen bühne haben lang überlegt, ob sie sich das zumuten können. Da muss die Frage erlaubt sein, ob nicht fünf Aufführungen zu wenig Ernte für soviel Arbeit sind.
Regie: Klaus Zeller
Es spielen: Meta Kiefer, Ekhart Kalytta, Markus May, Sven Herrmann, Sabine Radovan, Bernd Hagemann, Carmen Steiner, Matthias Hüther, Herbert Klenk, Beate Brombacher-Müller, Pascal Steiner, Adrian Müller.

BNN Ettlingen, Dienstag 15. April 2008, Ausgabe Nr. 88 – Auszug
Ausbruch des Krimifiebers
Premiere von „Plötzlich und unerwartet“ in der kleinen Bühne
UNTERHALTSAMER KRIMI: Silke Köllner als Helen und Peter Werner als Glenn. Foto: suma
Amateurtheater setzt Francis-Durbridge-Thriller in Szene, vor ausverkauftem Haus. Geld, und zwar viel Geld ist der eigentliche Hauptdarsteller im Stück „Plötzlich und unerwartet“ das Durbridge vor fast 40 Jahren schrieb. Das kommt allerdings erst später ans Tageslicht. Anfangs plätschert das Spiel nach Durbridge-Manier gemächlich vor sich hin… Bald kommt aber schon der erste Knaller im vergnüglichen Rätselkrimi… Ein Verwirrspiel mit abenteuerlichen Wendungen und unerwarteten Überraschungen beginnt, das mit überzeugender Spielfreude, die Zuschauer ständig auf falsche Fährten lockt. Aber hin und wieder werden kleine Hinweise subtil ins Spiel gestreut, und dann ist es doch wieder ganz anders. …
Regie: Werner Kern; Glenn Howard (Peter Werner), Maggie Howard (Silvia Dirks), Helen Tenby (Silke Köllner), Sheila Wallis (Gesche Maass), Sam Blaine (Peter Laier), Ruth Bechler (Anja Krinowsky), Inspektor Appleton (Sven Herrmann), Kommissar Remick (Matthias Hüther).

BNN Ettlingen, Dienstag 16. Oktober 2007 – Auszug
Dem Zeitgeist auf der Spur
Premiere für Jubiläumsspielzeit der „kleine bühne ettlingen“
… „Hilfe, der Zeitgeist ruft!“ schaut überall hin, wo es um Auswüchse der Moderne geht. … nichts wird vom Zeitgeist verschont … Luigi Biolzis Kabarettstück tastet gern den Alltag auf Zeitgeistbeulen ab.
Die Szenen … verbinden sich geschickt mit der Musik, die dem Thema angemessen betextet ist. … Der Zeitgeist kann auch richtig finster: Da liegt eine alte Frau am Boden, gestürzt. … keiner schickt einen Krankenwagen, stattdessen wird sie von einer Stelle zur nächsten weiterverbunden. … Rolf Wenhardt, Präsident des Landesverbandes Amateurtheater Baden Württemberg, zeichnete vor der Eröffnung des „Jubiläumsbüfetts“ verdiente Mitglieder der kleinen bühne ettlingen aus.  Regie: Luigi Biolzi