kleine bühne ettlingen
 
Presseberichte
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Nur mit Beschreibung und Fotograf versehene Fotos wurden auch in der Presse zusammen mit dem Artikel veröffentlicht. Alle anderen Fotos wurden von der kleinen bühne aufgenommen und nur für diese Seite zu dem Text hinzugefügt.

BNN Ettlingen, Montag 31. Oktober / Dienstag 1. November 2011, Ausgabe Nr. 252
Ein Riesenspaß mit viel britischem Humor
Krimikomödie „Ladykillers“ hatte bei der kleinen bühne Ettlingen eine erfolgreiche Premiere
Man soll diese Lady Wilberforth nicht unterschätzen: Die Dame (als pfiffiges Energiebündel gespielt von Meta Kiefer-Klenk), die da mit Trippelschritten und köstlicher englischer Schrulligkeit über die Bühne der kleinen bühne Ettlingen marschiert, muss es im Verlauf der folgenden rund 135 Minuten gleich mit vier ausgebufften Gangstern aufnehmen, die einen Überfall auf einen Geldtransport planen, durchführen – und dann von ihr ertappt werden, als sie das Geld fortschaffen wollen.
Die Inszenierung der Krimikomödie „Ladykillers“ nach William Rose (und nach dem Film von 1955 mit Alec Guinness in einer der Hauptrollen) springt ständig zwischen den zwei Welten: Lady Wilberforths Salon, in dem sie Tee trinkt, und ihre stets begeisterungsfähigen, naiv-hyperventilierenden Freundinnen Gwendolyn (Regina Penderock) und Harriet (Carmen Steiner) empfängt. Im Hintergrund ist das Dachzimmer zu sehen, in dem sich die Ganoven eingemietet haben.
So braucht es keine Umbauten, allein das Licht sorgt für schnelle Szenenwechsel zwischen Vordergrund und Hintergrund. Die Ganoven, die sich als Hobbymusik-Quartett tarnen, hat Regisseur Bernd Hagemann als Karikaturen angelegt, die treffsicher auf Publikumsreaktion vom Schmunzeln bis zum Schenkelklopfer hinarbeiten – allesamt passend besetzt. Da ist der überkorrekte Professor Marcus, der vorgibt, mit einer Arbeit zum „parakonkreten Ergokrematorialsyndrom“ beschäftigt zu sein. Er wird grandios nuancenreich gespielt von Peter Werner. Da ist der Möchtegern-Brutalo Louis, dem Sven Herrmann ein nervöses Gesichtszucken und die nötige Cholerik einhaucht. Da ist Markus May als leicht vertrottelter, dauerfressender Pechvogel und schließlich Luigi Biolzi, der mit Grandezza als durchgehend besoffener Dr. Courtenay durchs Bühnenbild schwankt und lallt. Weil Peter Laier seinen Polizisten Mr. Thomson so rührend harmlos darstellt, weiß das Publikum auch sofort: der wird es nicht sein, der diesen Gaunern gefährlich werden kann.
Während das Stück in den ersten eineinhalb Stunden sicher nicht gelitten hätte, hätte Regisseur Bernd Hagemann den Text noch etwas zusammengestrichen, gibt es gegen Ende Stellen, bei denen es sich durchaus auszahlt, dem Gang der Dinge etwas Zeit zu lassen. Wenn jeder schon ahnt, dass sich die Herren Ganoven nun einer nach dem anderen selbst aus purer Blödheit den Garaus machen werden, dann lebt die Spannung vor allem von der Frage nach dem „Wie?“. Da kann man dann die Zuschauer schon mal ein bisschen zappeln lassen, bis klar ist, dass Mrs. Wilberforth über das Böse triumphiert. Was eigentlich schon von Anfang an klar war.  Thomas Zimmer

BNN Ettlingen, Dienstag 22. März 2011, Ausgabe Nr. 67
Mit Leidenschaft und Spielfreude
Tiefgründigen Klassiker mit Bravour gemeistert / Jugendensemble „Arcobaleno“ überzeugt mit „Oliver Twist“
Sie hat ihn gern, als wäre er ihr kleiner Bruder. Und er mag sie und nennt sie „meine Nancy“: Der neunjährige Waisenjunge Oliver Twist war im Armenhaus der Prügelknabe und ist es wieder bei der Diebesbande des alten Hehlers Fagin. Der mit dem brutalen Zuhälter Sikes lukrative Geschäfte macht und die Hure Nancy als untertänige Geliebte hält. Nur wenn es um Oliver geht, versteht sie keinen Spaß und lehnt sich sogar gegen ihren gewalttätigen Macker auf, den sie trotz allem liebt. Und Oliver macht alles, was von ihm verlangt wird, sogar den „kleinen Geschäftsgang“ mit Sikes, um seine beste Freundin vor dem Rohling zu beschützen: Dass der geldgierige Sikes nicht zögern würde, Nancy zu erschießen, weiß Oliver nur allzu gut. Denn „wenn's ums Schlagen und Morden geht“, ist Sikes der Beste.
Ein bisschen unsicher waren sie am Anfang noch. Aber schon nach den ersten paar Minuten spielten sie sich die Seele aus dem Leib, dass die zwielichtige Gesellschaft Londons im 19. Jahrhundert greifbar und lebendig wurde und man sich mitten im Geschehen wähnte. Dabei hatte es „Arcobaleno“, das Jugendensemble der „kleinen bühne ettlingen“ am Samstag bei der Premiere von „Oliver Twist“ nicht gerade leicht: Fagin-Darstellerin Samantha Steins war wegen Krankheit ausgefallen und Regisseurin Ute Merz musste ihren Part übernehmen. Vor allem aber mussten sich die jungen Amateure spontan auf eine neue Mitspielspielerin einstellen, was kein Zuckerschlecken ist. Besonders wenn man überhaupt zum ersten Mal auf der Bühne steht. Sie haben es mit Bravour gemeistert. Oliver Twist (David Strobel), der nur hin- und hergeschubst und zum Stehlen gezwungen wird, in seinem Inneren aber immer ein grundanständiger Kerl bleibt, die Hure Nancy (Eleonore Benjowsky), die durch ihn weich wird und wieder an das Gute glaubt und ihre Hurenfreundin Betsy (Carmen Streitel). Olivers Halbbruder Monks (Franziska Rehm), der wie der Brutalo Sikes (Selina Schmid) herzlos und raffgierig nur nach seinem Vorteil schaut, Brownlow (Lukas Buck), der ehrenwerte, menschenfreudliche Gentlemen und die Langfingerbande (Tillmann Freidenreich, Simon Strnad, Lena Speck, Larissa Dehm, Sophia Morhardt): Sie alle haben mit leidenschaftlich sinnlicher Spielfreude den tiefgründigen Klassiker nach Charles Dickens überzeugend und anrührend auf die Bühne gebracht. Als aneinandergereihte Mosaiksteinchen mit rasanter Dramaturgie und schlagkräftiger Action von Ute Merz in Szene gesetzt wie die echt wirkende Prügelei und der amüsante Klautanz. Simon Strnad begleitete dazu ausgezeichnet am Klavier: Das Publikum wollte vor lauter Begeisterung gar nicht mehr aufhören zu klatschen.  Susanne Marschall

BNN Ettlingen, Montag 14. März 2011, Ausgabe Nr. 60 – Auszug
„Macht da ruhig die große Nummer draus“
Das Jugendensemble „Arcobaleno“ der „kleinen bühne ettlingen“ hat am 19. März Premiere des neuen Stückes „Oliver Twist“
Sie proben das Vorspiel, wo ein Beamter Mrs. Monk und ihrem Sohn die Kleider des verstorbenen Gatten überreicht. Und einen Brief und ein Testament. […] – So ganz zufrieden ist Regisseurin Ute Merz mit der Szene noch nicht. Ein wenig zu steif sind ihr die Drei noch […] Und der Abgang ist Merz auch noch zu lau: „Das ist die Schlüsselszene, macht da ruhig die große Nummer draus!“.
Auch dieses Mal hat die diplomierte Schauspielerin und Theaterpädagogin Ute Merz wieder ein ernstes Stück für das Jugendtheater „Arcobaleno“ herausgesucht. Mit „Oliver Twist“ stellt sich das neue zwölfköpfige Jugendensemble der „kleinen bühne ettlingen“ vor, und da Merz kein geeignetes Bühnenwerk fand, hat sie den Klassiker von Charles Dickens kurzerhand selbst bearbeitet.
Anfangs machte sie mit den 13- bis 18-jährigen Neulingen, nur zwei sind „alte Hasen“, allgemeine Theater- und Improvisationsübungen […] Seit September sind sie nun am Proben, und jetzt, kurz vor der Premiere am 19. März, geht es ans Eingemachte.
„Nach jedem geglückten Klau applaudieren, Bravo reinrufen. Wir wollen sehen, dass es euch Spaß macht, und ihr kein Ungerechtigkeitsempfinden habt“. […] Merz spornt ihre Truppe immer wieder liebevoll an. Die legen sich dann auch gleich ins Zeug und versuchen die Anweisungen ihrer Regisseurin umzusetzen.
Zum Schluss gibt es dann die große Besprechung über das, „was gut war und noch guter“: Manche Ab- und Übergänge sind noch zu schleppend […] Manche Szenen vertragen noch mehr Leidenschaft und das innere Gefühl muss sich mehr im Spiel zeigen.
Es geht um Frisuren, Tempo und den Gesang, um Requisiten, die historischen Kostüme, die sie bei der Freilichtbühne Ötigheim ausgeliehen haben, Musik und die Kulisse. Eben um Feinheiten und den letzten Schliff.  Susanne Marschall

BNN Ettlingen, Dienstag 5. Oktober 2010, Ausgabe Nr. 230 – Auszug
Im Studentenwohnheim für höhere Söhne
Turbulente Inszenierung der kleinen bühne Ettlingen endet mit minutenlangem Beifall des Publikums
Das Datum: der 27. Juli 1959. Der Ort: Ein Studentenwohnheim am Karlsruher Adenauerring. Was passiert dort? Hans und Kalle haben sich unsterblich in Kathi und Anni verliebt, Kalles reiche Tante aus Argentinien soll der Lockvogel für eine Einladung an die Mädels sein, aber sie sagt kurzfristig ab. Also muss der Kommilitone Fritz Babenberg alias Babs (der wegen einer Theaterrolle sowieso in Frauenkleidern steckt) die falsche Tante geben. […] Soweit im Telegrammstil der Inhalt von „Kalles Tante“, der deutschen Adaption der englischen Farce „Charleys Tante“, die in der die kleinen bühne ettlingen am Samstag Premiere hatte.
„Ich bin Kalles Tante aus Argentinien, dort wo die Pyrenäen in den Flüssen schwimmen“, quäkt die falsche Tante im schrillen Damenoutfit […] Pascal Steiner spielt diese Knallcharge mit einer Inbrunst, die beim Publikum immer wieder Lachsalven auslöst. Und der dargestellten Tante zwei Verehrer verschafft, die sich der Fritz im Tantenkostüm selbstredend vom Leib halten muss. Da ist zum einen Benno Wiedemann (Markuy May), der Vormund von Anni. May macht aus ihm eine absurd-komische Figur, […] während der verarmte Adlige Herzog Franz Ferdinand von Rimmelsburg, Vater des Studenten Hans, von Sven Herrmann überzeugend als zackiger Soldat und Liebhaber alter Schule dargestellt wird.
Die beiden Studenten (Adrian Müller als Kalle und Felix Kühn als Graf Hans von Rimmelsburg) halten alle Handlungsfäden in der Hand. Zumindest glauben sie das. Die beiden verkörpern ihre Rollen in der förmlichen und verklemmten Sprache der 50er Jahre glänzend. Genauso wie ihre Herzdamen Kathi (Svenja Szillat) und Anni (Melanie Burghardt) überzeugend die braven, etwas naiv-verhuschten Mädchen darstellen […]. Andererseits bleiben sie alle auch immer junge Menschen mit dem speziellen Charme der Gegenwart, die sich im Übrigen gelegentlich ins Stück verirrt. Oder gab es in den 50er Jahren wirklich so etwas wie einen Partyservice?
Es sind solche Kleinigkeiten, die den Reiz der Inszenierung von Luigi Biolzi ausmachen. Schön sind die spezifischen regionalen Kleinigkeiten […] Da hat er mit Kessler (gespielt von Gerd Kessler) eine badisch sprechende Figur eingebaut, die in eine Ecke zeigt, „do dahanne“ sagt, und es noch mal mit „da dahanten“ ins vermeintlich Hochdeutsche übersetzt. […] Herrlich, wie er bruddelnd und doch seinem Schicksal ergeben über die Bühne schlurft. […] Die zweite Figur, die (obwohl Milliardärswitwe) durchaus Bodenhaftung hat, ist die echte Tante: Donna Dolores d'Alba da Silva (Carmen Steiner). Eine vornehme Dame, die am Schluss der Katalysator für das Happy End ist.
Satte zwei Stunden ist hier ein Ensemble zu sehen, in das fünf Schauspieler des Jugendtheaters bestens integriert sind […] Das Tempo, mit dem gespielt wird, ist atemberaubend, ohne je in Hektik auszuarten. Bestechend die Präzision, mit der sich die Figuren im originalgetreuen 50er Jahre Ambiente des Bühnenbildes bewegen. Da sitzt jede Geste, jeder verzweifelte Blick. […] Das Premierenpublikum weiß es zu schätzen und dankt mit minutenlangem Beifall.  Thomas Zimmer

Amtsblatt der Stadt Ettlingen KW 36 (9. September 2010)
Marktfest 2010
Als Verein beim Ettlinger Marktfest teilzunehmen, bedeutet für Vorstand und Mitglieder immer sehr viel Arbeit, Engagement und Organisation. Auch in diesem Jahr ist es der kleinen bühne wieder gelungen, den Festbesuchern ein kurzweiliges humorvolles Theaterstück im Hof der Schlossapotheke zu präsentieren. Die vier Schauspieler, die unter der Regie von Gerd Kessler schon viele Wochen zuvor für die Posse „Tot und lebendig“ geprobt hatten, konnten regen Publikumszulauf verzeichnen. Die 15minütige Vorstellung kam bei Jung und Alt gut an, gutgelaunt verließen die Zuschauer trotz niedriger Temperaturen und regnerischen Wetters anschließend den Apothekenhof. Der Theaterverein bietet den Besuchern des Marktfestes alljährlich genau das an, was Gegenstand seiner Vereinstätigkeit ist – er spielt Theater. Damit ist die kleine bühne, abgesehen von den Auftritten der Musikbands, einer der ganz wenigen Vereine, die ein kulturelles Angebot für den Festbesucher bereithalten. Außerdem wird alljährlich zum Marktfest der neue Spielplan für die kommende Spielzeit veröffentlicht.
Allen, die zum gelungenen Auftritt der kleinen bühne beim Marktfest beigetragen haben und durch ihre Anwesenheit am Stand den Verein unterstützt haben, nochmals ein herzliches Dankeschön für ihr Mitwirken und ihren tollen Einsatz. Ein besonderer Dank des Vorstandes der kleinen bühne geht an Herrn Bender, Eigentümer der Schlossapotheke, und Apotheker Herr König, die uns wiederum die Möglichkeit gegeben haben, im Hof Theater zu spielen.
Wir würden uns freuen, den einen oder anderen Marktfestbesucher während der Spielzeit 2010/11 auch in unserem Theaterraum in der Goethestraße wieder begrüßen zu dürfen. Die Spielzeit beginnt am 2. Oktober mit der Premiere der Komödie „Kalles Tante“ unter der Regie von Luigi Biolzi. Karten für unsere Vorstellungen sind bei unseren Vorverkaufsstellen Buchhandlung Abraxas und Stadtinformation Ettlingen ab sofort erhältlich. Der gesamte Spielplan ist auch auf unserer Homepage www.kleinebuehneettlingen.de abrufbar.

BNN Ettlingen, Samstag 12./Sonntag 13. Dezember 2009, Ausgabe Nr. 288
Mit Herzblut und Spielfreude auf der Bühne
Jugendtheater „Arcobaleno“ hatte Premiere mit dem Drama „Der Club der toten Dichter“
„Carpe! Carpe diem!“ Er flüstert es ihnen verschwörerisch ins Ohr. „Nutze den Tag!“, raunt er mit eindringlicher Stimme und steigt auf sein Pult. Die Schüler sind irritiert, schauen sich mit großen Augen fragend an, schütteln verständnislos den Kopf. Zeigen ihrem neuen Lehrer verstohlen den Vogel: „Will er uns auf den Arm nehmen?“ Sie sind nur militärischen Drill gewöhnt, demütigen Gehorsam Lehrern und Eltern gegenüber. Leben zwangsläufig nach den Grundprinzipien der elitären „Welton-Akademie“: nach Tradition, Ehre, Disziplin, Leistung. Und jetzt kommt da ein Mr. Keating, möchte mit „O Captain, mein Captain“ angesprochen werden und zeigt ihnen andere Perspektiven und Blickwinkel. Eine neue, eine schillernde Welt voller Leidenschaft. Lehrt sie selbstständig zu denken, das Mark des Lebens in sich einzusaugen, ihre eigene Persönlichkeit zu entwickeln und eine Meinung zu haben: „Gehen Sie eigene Wege. Machen Sie etwas Einzigartiges aus sich, jeder von Ihnen.“
Wieder einmal hat „Arcobaleno“, das Jugendensemble der „kleinen bühne ettlingen“, bewiesen, dass sie auch ernste Stücke spielen können. Mit so viel Herzblut und Spielfreude waren sie dabei, so dass das Premierenpublikum beim „Club der toten Dichter“ vollkommen begeistert war. Sie verkörperten die Figuren: Der Rektor Gale Nolan (Matthias Anselm), ein dogmatischer Realist, dem es nur um den guten Ruf der Eliteschule geht, Dr. Hager (Pakertharan Jeyabalan), das verbittert verbissene Faktotum, der das Leben liebende Mr. John Keating (Adrian Müller), der immer wieder seine Schüler aufmuntert, sie selber zu sein, und der apodiktische Mr. Perry (Thomas May), der von seinem sinnlich sensiblen Sohn Neil (Pascal Steiner), der Schauspieler werden will, absolute Untergebenheit fordert.
Dann noch die Schüler Tina Meeks (Eleonore Benjowsky), der Primus der Klasse, die aufmüpfige Clarissa Dalton (Nina Eimer) und Knox Overstreet (Felix Kühn), der sich unsterblich in Virginia Danburry (Melanie Burghardt) verliebt. Die Romantikerin Chris Noel (Luisa Künzel), die Todd Anderson (Maximilian Rau), dem schüchtern Neuen zugetan ist, und der egoistische Streber Richard Cameron (David Strobel), der nur geduldet wird.
„Arcobaleno“ hat zu seinem zehnjährigen Bestehen ein überzeugendes Drama auf die Bühne gebracht (Regie: Ute Merz, Bühnenbild und Technik: Berthold Steiner), das durch die minimalistischen Kulissen die beeindruckende Dichte des Dargestellten erst so richtig greifbar macht. Wie Puzzleteilchen schmiegen sich die einzelnen Szenen aneinander. Die Amateure singen, tanzen, musizieren und rezitieren, spielen Theater im Theater – und nichts ist übertrieben.
Susanne Marschall

BNN Ettlingen, Dienstag 13. Oktober 2008, Ausgabe Nr. 236 – Auszug
Vom wackeren „König Kunde“
„Beraten und verkauft“: Neues Programm der kleinen bühne mit hintersinnigem Humor
„Kunde zu sein ist in fast allen Branchen anstrengend geworden“, meint die Kabarett-Gruppe der kleinen bühne ettlingen. In ihrem neuen Programm „Beraten und verkauft! König Kunde in Deutschland“ aus der Feder und unter der Regie von Luigi Biolzi nimmt sie sich der Nöte der Verbraucher an. Am Samstagabend feierten die „kabarettistischen Geschichten mit Musik“ erfolgreich Premiere. Die Zuschauer in der voll besetzten kleinen bühne fanden sich ein ums andere Mal in den dargestellten Situationen wieder. […] In ihren Sketchen und Liedern schonten die Mitwirkenden weder Dienstleister noch Frau und Herrn Normalverbraucher. […] Für die musikalische Begleitung sorgte Manfred Kispert am Klavier. Die Texte zeichneten sich durch mal bissigen, mal hintersinnigen Humor aus, die Pointen saßen. Mit verschmitztem Lächeln und kabarettistischem Biss präsentierten die Akteure die Nummern. Das Publikum spendete großen Beifall für diesen Streifzug durch die Service-Wüste Deutschland. […] Zum Abschluss gab es die „Ettlinger Märchenstunde“. Wie es sich gehört, fand das Märchen vom wackeren König Kunde hier ein Happy End.

BNN Ettlingen, Dienstag 9. Dezember 2008, Ausgabe Nr. 287 – Auszug
Mitreißende Komödie voller Anspielungen
Jugendtheater „Arcobaleno“ inszeniert „Die zwölfte Nacht oder Was ihr wollt“
„Spiel ihr mein Elend vor!“ Lichterloh brennt er. Verzehrt sich vor unerwiderter Liebe zur schönen Gräfin Olivia, der hochmütig Grausamen, die ihn tritt wie einen Hund. Sieben Jahre lang will sie den Tod ihres Bruders betrauern, nicht einmal der Himmel soll ihre anmutige Grazie sehen…. Nicht gerade ein leichtes Stück hat sich „Arcobaleno“, das Jugendtheater der kleinen bühne Ettlingen, da ausgesucht. Doch wie vor zwei Jahren bei „Bahnhof Zoo“, haben die Amateure auch bei Shakespeares „Was ihr wollt“ wieder eindrücklich bewiesen, dass sie spielen können. Und zwar mit Haut und Haaren, Leib und Seele, dass das Premierenpublikum am Samstagabend hellauf begeistert war. Sie schlüpften nicht nur in ihre Rollen, sondern verkörperten sie…. Mit ihrem authentischen Spiel, ihrem Gespür für die Figuren hat „Arcobaleno“ eine mitreißende Komödie voller aktueller Anspielungen auf die Bühne gebracht…
Regie: Ute Merz
Es spielen: Ann-Kathrin Müller, Matthias Anselm, Luisa Künzel, Adrian Müller, Felix Kühn, Tina Rottner, Svenja Szillat, Maximilian Rau, Pascal Steiner, Melanie Burghardt, David Strobel, Eleonore Benjowsky und Nina Eimer.

BNN Ettlingen, Mittwoch 8. Oktober 2008, Ausgabe Nr. 235 – Auszug
„Diplomatie, Geschick und Willenskraft“
„kleine bühne“ spielt „Augusta Sibylla – ein Schauspiel um das Asamgemälde“ im Ettlinger Schloss
Foto: H. van de Pol 
Man sieht dem Mann, der da mit der Markgräfin verhandelt, zwei Dinge deutlich an: Dass er ein Kunstmaler ist, und eben eine nachgerade ungeheuerliche Ansage bekommen hat: Augusta Sibylla hat ein Deckengemälde für die Kapelle des Ettlinger Schlosses bestellt – aber es soll innerhalb von zehn Wochen vollendet sein. Dieser historische Moment ist eine Schlüsselszene des Stückes „Augusta Sibylla – ein Schauspiel um das Ettlinger Asamgemälde“, das die „kleine bühne“ seit Februar intensiv geprobt hat…. Klaus Zeller spricht von der Faszination, die das Asamgemälde auf ihn ausübe…. Zeller hat zusammen mit Herbert Klenk das Stück von Josef Paul Kuhn bearbeitet…. Für die Neuinszenierung wurden lediglich vorsichtige Streichungen vorgenommen, und Zeller konnte seine Idee umsetzen, teilweise an den Originalschauplätzen zu spielen. Die Inszenierung ist als „Wandeltheater“ angelegt. Der Musensaal verwandelt sich in das „Wirtshaus zum Drachen“, der Rittersaal wird zum Kabinett der Markgräfin, die Sterbeszene schließlich wird in den Asamsaal verlegt…. Die Akteure der kleinen bühne haben lang überlegt, ob sie sich das zumuten können. Da muss die Frage erlaubt sein, ob nicht fünf Aufführungen zu wenig Ernte für soviel Arbeit sind.
Regie: Klaus Zeller
Es spielen: Meta Kiefer, Ekhart Kalytta, Markus May, Sven Herrmann, Sabine Radovan, Bernd Hagemann, Carmen Steiner, Matthias Hüther, Herbert Klenk, Beate Brombacher-Müller, Pascal Steiner, Adrian Müller.

BNN Ettlingen, Dienstag 15. April 2008, Ausgabe Nr. 88 – Auszug
Ausbruch des Krimifiebers
Premiere von „Plötzlich und unerwartet“ in der kleinen Bühne
UNTERHALTSAMER KRIMI: Silke Köllner als Helen und Peter Werner als Glenn. Foto: suma
Amateurtheater setzt Francis-Durbridge-Thriller in Szene, vor ausverkauftem Haus. Geld, und zwar viel Geld ist der eigentliche Hauptdarsteller im Stück „Plötzlich und unerwartet“ das Durbridge vor fast 40 Jahren schrieb. Das kommt allerdings erst später ans Tageslicht. Anfangs plätschert das Spiel nach Durbridge-Manier gemächlich vor sich hin… Bald kommt aber schon der erste Knaller im vergnüglichen Rätselkrimi… Ein Verwirrspiel mit abenteuerlichen Wendungen und unerwarteten Überraschungen beginnt, das mit überzeugender Spielfreude, die Zuschauer ständig auf falsche Fährten lockt. Aber hin und wieder werden kleine Hinweise subtil ins Spiel gestreut, und dann ist es doch wieder ganz anders. …
Regie: Werner Kern; Glenn Howard (Peter Werner), Maggie Howard (Silvia Dirks), Helen Tenby (Silke Köllner), Sheila Wallis (Gesche Maass), Sam Blaine (Peter Laier), Ruth Bechler (Anja Krinowsky), Inspektor Appleton (Sven Herrmann), Kommissar Remick (Matthias Hüther).

BNN Ettlingen, Dienstag 16. Oktober 2007 – Auszug
Dem Zeitgeist auf der Spur
Premiere für Jubiläumsspielzeit der „kleine bühne ettlingen“
… „Hilfe, der Zeitgeist ruft!“ schaut überall hin, wo es um Auswüchse der Moderne geht. … nichts wird vom Zeitgeist verschont … Luigi Biolzis Kabarettstück tastet gern den Alltag auf Zeitgeistbeulen ab.
Die Szenen … verbinden sich geschickt mit der Musik, die dem Thema angemessen betextet ist. … Der Zeitgeist kann auch richtig finster: Da liegt eine alte Frau am Boden, gestürzt. … keiner schickt einen Krankenwagen, stattdessen wird sie von einer Stelle zur nächsten weiterverbunden. … Rolf Wenhardt, Präsident des Landesverbandes Amateurtheater Baden Württemberg, zeichnete vor der Eröffnung des „Jubiläumsbüfetts“ verdiente Mitglieder der kleinen bühne ettlingen aus.  Regie: Luigi Biolzi